Heute möchte ich in Vorbereitung auf die Karwoche auf ein Sakrament eingehen, dass leider kaum noch die Präsenz erfährt, die ihm zusteht. Das Sakrament der Buße.

Wenn wir heute davon sprechen „Beichten zu gehen“ so tun wir das kaum ohne dabei zu witzeln oder dem Ganzen nicht eine gewisse Spur Ernsthaftigkeit abzusprechen. Aber warum tun wir das? Glauben wir nicht mehr daran, dass Sünden vergeben werden können, wenn sie durch das Beichtgespräch mit einem Priester vor Gott gebracht werden? Ich denke, dass das sicherlich einer der Gründe ist. Auch haben wir vielleicht den Glauben daran verloren, dass Sünden, wie sie die Kirche als Sünde definieren würde, wirklich Sünden gegen den Menschen und gegen Gott sind.

Liest man sich Berichte über die Aussagen des Papstes Emeritus Benedikt XVI aufmerksam durch, so verstehe ich diese Zweifel. Allerdings kann ich auch nachvollziehbare Aussagen in seinem Schreiben finden. So spricht er von der Institutionalisierung der Sakramente, im konkreten Fall tut er das mit Verweis auf die Eucharistie, das kann ich nachvollziehen. Vieles andere nicht. Dazu wird aber bald, voraussichtlich am Sonntag, ein Kommentar erscheinen. Für alle die, die dieses Schreiben Benedikt XVI. brennend interessiert, hier findet ihr das Originalschreiben und hier einen guten Kommentar.

Was hat nun die Eucharistie mit der Beichte zu tun? Wir glauben, dass wir in der Eucharistie, dem Empfang der Kommunion, Christus selbst begegnen. Der Gedanke, vor diesem Empfang Christi zu beichten, ist also weder abwegig noch dogmatische Überspitzung. Würdest du dich mit Freund*innen gerne und ohne schlechtes Gewissen treffen, würde zwischen euch etwas unausgesprochenes Schwelen? Könntet ihr echte Wiedersehensfreude spüren und so tun, als wäre alles in Ordnung?

In der Beichte geht es darum, über eigenes Verhalten nachzudenken und die gesammelten Gedanken vor Gott zu bringen. Was genau du vor Gott bringen möchtest, das bleibt dabei natürlich dir überlassen. Aber diese Situation wirst du auf jeden Fall für dich nutzen können und darüber nachdenken können, was genau alles, von der Seite aus, falsch gelaufen ist, deinen Mitmenschen und, letztendlich auch, Gott gegenüber.

Vielleicht nutzt du diese Gelegenheit heute, wenn es geht, oder aber auch die nächsten Tage (es ist ja noch Zeit bis Sonntag). Ich erwähnte Anfangs das mögliche Unvertrauen dem Priester gegenüber. Ja, das kann ich nachvollziehen. Warum sollte ein Priester besser sein, als andere. Nun, zumindest hat er ein Beichtgeheimnis, dass er nicht brechen darf. Leider, bei einer Priesterin kann man nicht beichten, denn es gibt ja keine, aber in der Beichte vertritt dieser Mann die Liebe und Güte Christi, vielleicht dürfen wir hier einfach vertrauen. Wenn du das nicht kannst, dann denke wenigstens darüber nach, was alles schiefgelaufen ist und versuche, das ganze auszubügeln. Dazu habe ich ja gestern schon etwas geschrieben. Das Eingestehen ist nämlich nicht die ganze Wahrheit, dass Ändern jedoch, das kommt dem ganzen schon näher.