Kritischer Konsum? Das ist ein Begriff, der in den letzten Monaten und im letzten Jahr immer häufiger aufkommt. Wir werden aufgefordert kritisch, bewusster, weniger, anders oder besser zu konsumieren. Aber was bedeutet das genau? Und welche Bereiche betrifft das Thema „kritischer Konsum“ überhaupt?

Wir als KjG Hamburg haben beschlossen, das Thema im Jahr 2020 in den Fokus zu stellen und es deshalb zu unserem Jahresthema gemacht. Neben dem schon seit langem bestehenden Coca-Cola-Boykott, gab es bei der letzten Diözesankonferenz auch den Beschluss den Konsum von Nestlé-Produkten zu boykottieren. Das sind schon zwei Dinge, die jede*r tun kann und somit kritisch konsumiert. Was ist aber noch alles möglich?

Um diese Frage zu beantworten, wollen wir mit unserem Fastenprojekt in den nächsten sieben Wochen, verschiedene Bereiche anschauen und uns fragen, wie wir mit kleinen oder großen Schritten kritisch konsumieren können. Und trotzdem bleibt die Frage: Was ist kritischer Konsum?

Darum soll es heute gehen: Kritischer Konsum zielt in erster Linie darauf hab, unsere Konsumentscheidungen zu hinterfragen und für sich selbst zu beantworten, warum ich dies oder jenes in diesem Moment kaufe, wozu ich es brauche und ob ich es nicht durch etwas anderes ersetzen oder sogar darauf verzichten kann. Dabei kommt es nicht darauf an, das eigene Leben komplett auf den Kopf zu stellen und alles ab sofort anders zu machen. Kritischer Konsum kann im Kleinen anfangen, vielleicht mit der einfachen Nutzung eines Jutebeutels, weil jemand die Nutzung von Plastiktüten kritisch hinterfragt und für nicht sinnvoll und keineswegs umweltfreundlich befindet. So kann jede*r mit ganz kleinen Dingen starten und den eigenen Konsum dann schrittweise kritischer werden lassen. Insgesamt ist das Ziel, unsere Umwelt und die Ressourcen, die zur Herstellung, Transport und Entsorgung der konsumierten Produkte benötigt werden, zu schonen. Und das wollen wir als KjG in Hamburg in der diesjährigen Fastenzeit versuchen und anstoßen.

Das machen wir natürlich nicht einfach so, sondern für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen –schließlich sind wir ein Jugendverband- und aus unserer christlichen Grundhaltung heraus. „Laudato si“, die Enzyklika von Papst Franziskus, macht uns deutlich, dass wir alle und die gesamte Schöpfung Gottes Werk ist. „Wie jeder Organismus in sich selber gut und bewundernswert ist, weil er eine Schöpfung Gottes ist, so gilt das Gleiche für das harmonische Miteinander verschiedener Organismen in einem bestimmten Raum, das als System funktioniert. Auch wenn es uns nicht bewusst ist, hängen wir für unsere eigene Existenz von einem solchen Miteinander ab.“ (LS 140)

Aus dem Ziel der Umwelt- und Ressourcenschonung und der Aussage, dass die gesamte Schöpfung eine Schöpfung Gottes ist, wollen wir diese Woche starten. Wir werden uns nach und nach verschiedene Bereiche in unserem Leben anschauen und diese kritische hinterfragen. Lebensmittel, Ernährung, Mobilität, Haushalt, Kleidung, soziales Miteinander, Freizeit, Reisen, Wohnen. Es gibt so viele Bereiche.

Zum Start in die Fastenzeit wollen wir Dir nur eine Frage mitgeben, die Dich diese Woche begleiten kann: Wie viel konsumiere ich jeden Tag und was davon ist wirklich notwendig?

Vielleicht kannst Du diese Frage für Dich mitnehmen, kritisch hinterfragen und beantworten und dann in der nächsten Woche mit unserem Fastenimpuls mit deinem persönlichen Kritischen Konsum in der Fastenzeit durchstarten!

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