Wir sind in der Karwoche angekommen. Für viele sind diese Tage kurz vor Ostern immer etwas Besonderes, ein Grund auf sich zu schauen, die letzten Wochen zu reflektieren und dabei gespannt darauf zu warten, was in den nächsten Tagen passieren wird. Mit Ostern ist die Fastenzeit beendet und etwas Neues startet. Wir hoffen, dass nicht nur der Frühling und das gemeinschaftliche Leben aufblühen, sondern dass auch manche Erkenntnisse unserer Fastenaktion weiterblühen. Wir haben in den letzten sieben Wochen auf verschiedenen Bereiche geschaut, versucht Anregungen und Ideen mitzugeben und erste kleine Veränderungen zu starten. Jede*r kann selbst entscheiden, in welchen Bereichen, mit welchen Mitteln und mit welcher Konsequenz er*sie kritisch konsumiert. Jeder kleine Schritt ist dabei wichtig und richtig. Mit dem heutigen letzten Beitrag wollen wir einen kleinen Ausblick geben, auf das was noch alles sein kann. Kritischer Konsum betrifft nämlich nicht nur die Bereiche Lebensmittel, Kleidung, Haushalt und Soziales. Wir haben da noch ein paar Ideen…

Wie wohnst Du? Wie bist Du eingerichtet? Weißt Du aus welchem Materialien Deine Möbel bestehen, wo und wie sie hergestellt worden sind? Im Bereich Wohnen gibt es viele Möglichkeiten kritisch hinzuschauen. Von der benötigten Größe der Wohnung, über die Nutzung von Strom bis hin zur Einrichtung kannst Du bei vielen Dingen genauer hinschauen. Ein erster Schritt kann der Umstieg auf Ökostrom sein und beim Kauf des nächsten Möbelstücks, kannst Du ja mal hinterfragen, aus welchem Material und von welchem Herstellenden es ist. Vielleicht kannst Du auch einem alten Möbelstück neues Leben einhauchen, in dem Du es reparierst, veränderst oder jemandem zum Beispiel beim Flohmarkt verkaufst oder ein neues Möbelstück für Dich dort kaufst.

In der Wohnung gibt es neben den Möbeln natürlich auch noch viele andere Dinge, auf die es sich kritisch zu schauen lohnt. Welche elektronischen Geräte nutzt Du? Welches Smartphone nutzt Du? Weißt Du aus welchen Bestandteilen es besteht und wie es hergestellt wird? Es geht ziemlich viel Energie dadurch verloren, dass unsere elektronischen Geräte ständig an sind oder im Stand-By-Modus. Geh mal durch Deine Räume und schau Dir an, welche Geräte an sind und Strom ziehen und welche davon, Du wirklich ständig brauchst. Wahrscheinlich sehr oft nutzt Du Dein Smartphone. Über Smartphones, die Bestandteile, die Bedingungen in der Produktion, könnten wir eine komplett eigene Reihe machen. Viele der Rohstoffe lösen Konflikte aus und der Abbau ist unter vielen Aspekten kritisch. Mittlerweile gibt es Unternehmen wie Fairphone, die versuchen, nachhaltige Smartphones herzustellen und die Lieferketten und Produktionsbedingungen transparent zu machen. Mit dem Kauf eines solchen Smartphones kannst Du wirklich aktiv kritisch konsumieren. Die Smartphones von Fairphone oder auch von Shiftphone sind modular, selbst zu reparieren und somit länger haltbar. Und auf solchen Smartphones machen Apps wie ReplacePlastik oder andere, die Dir helfen kritischer zu konsumieren, doch erst richtig Sinn.

Ein weiterer Bereich, auf den Du nochmal kritisch schauen kannst, betrifft Deine freie Zeit. Wie verbringst Du Deine Freizeit? Welche Angebote nutzt Du? Wie verreist Du und machst Urlaub? Also wie kannst Du auch in der Freizeit oder im Urlaub kritisch konsumieren. Es fängt wie immer bei der Planung an und der Frage, was wirklich nötig ist und ob es bessere Alternativen gibt. Muss es der All-Inclusive-Urlaub weit entfernt sein, mit einer langen Flugreise und einem begrünten Hotel mitten in der Wüste? Oder ist auch ein Urlaub in Deutschland mit einer Anreise per Bahn ausreichend? Wenn es aber die Fernreise sein soll, achte auf den CO2-Ausgleich beispielsweise bei Atmosfair. Das ist oft ein recht kleiner Beitrag auf den Gesamtpreis der Reise gesehen. Vor Ort solltest Du immer die lokalen Angebote nutzen, kleine Händler*innen unterstützen und auf umweltfreundliche Möglichkeiten setzen. Warum fliegst Du um die Welt, um dann doch in Restaurants zu essen, die es auch in Deutschland gibt? Auf dem Vergleichsportal biohotels.info kannst Du zusätzlich Hotels checken und ganz bio Urlaub machen.

Egal ob im Urlaub, in der Freizeit oder im Schul- oder Berufskontext. Du bewegst Dich fort. Wie bewegst Du Dich fort? Auto, Fahrrad, Bus oder Bahn? Oder gehst Du sogar viele Strecken zu Fuß? Kritisch zu hinterfragen, welches Fortbewegungsmittel nötig ist und ob es nicht umweltfreundlichere Alternativen gibt, gehört für uns definitiv zum kritischen Konsum. Immer mal wieder auf das Auto zu verzichten und am besten zu Fuß zu gehen, kann Deinen ökologischen Fußabdruck senken. Wenn Du es für Dich ganz individuell wissen willst, in welchen Bereichen Du Deinen Fußabdruck senken kannst, mach den Test hier: https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/

Das waren nochmal einige Bereiche, in denen es sich lohnt, kritisch zu konsumieren. Für Dich, Für die Umwelt und damit für Alle. Jeder noch so kleine Schritt ist ein Fortschritt und je mehr Du Dich mit dem Thema kritischer Konsum beschäftigst, desto einfacher wird es Dir fallen. Je mehr Du über die Produkte und die Firmen dahinter weißt, desto schneller kannst Du Dich beim Einkauf entscheiden. Es ist bestimmt am Anfang aufwendiger, aber es hilft Dir und vielen anderen Menschen auf der Welt. Daran und an unsere Verantwortung mit jeder Konsumentscheidung glauben wir als Jugendverband ganz fest. Deswegen setzen wir uns in allen Bereichen dafür ein, kritisch zu konsumieren.

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